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Wilfried Roggenkamp

"20 Jahre Erfahrung im Südpazifik"

Australien

Coober Pedy – the Opal Capital of the World

Coober Pedy ist sicherlich der skurilste und verrückteste Ort in ganz Australien. Seit über 80 Jahren buddeln hier Abenteurer aus aller Welt nach Opalen. Da im Sommer die Außentemperaturen im Schatten, und den gibt es fast nicht, auf 45 Grad steigen können, leben 70 Prozent der derzeit ca. 3000 Einwohner unter der Erde. D.h. Sie haben sich ihre zum Teil sehr großzügigen Wohnungen direkt in die Sandsteinfelsen geschlagen. Mit modernen Maschinen ist eine 4 – 5 Zimmer Wohnung innerhalb von einigen Tagen entstanden. Der Vorteil liegt auf der Hand, unter der Erde herrschen das ganze Jahr über konstant zwischen 20 – 22 Grad. Menschen aus mehr als 40 Nationen sind hier auf der Suche nach dem großen Glück. 90 Prozent gehen innerhalb von relativ kurzer Zeit pleite, 9 Prozent finden so viele Opale, dass sie davon gut leben können und 1 Prozent wird zum Millionär.

Ein kleiner Claim misst 50 x 50 Meter und kostet AU$ 80,-- Miete, die an den Staat abzuführen ist. Ein großer Claim misst 50 x 100 Meter und kostet das doppelte. Wenn der Claim registriert ist, muß man sich noch verpflichten für mindestens 20 Stunden pro Woche auf seinem Claim zu arbeiten und dann kann die Suche beginnen. Wo früher noch ausschließlich mit der Spitzhacke und Schaufel diese staubige Knochenarbeit verrichtet wurde, werden heute moderne Maschinen eingesetzt. Zuerst wird ein maximal 30 Meter tiefes Loch in der Erde gebohrt. Danach wird versucht von diesem Loch aus eine der drei Opalschichten zu entdecken, die bis in maximal 30 Meter Tiefe vorkommen. Das Gestein wird aus den Sandsteinschichten herausgesprengt und danach mittels einer Cooper Pedy eigenen Saugmaschine an die Erdoberfläche zur weiteren Verarbeitung befördert.

Nun ja, das ist sicherlich nicht jedermanns „favorite job“ – aber wie sagte einer der Miner, es ist ein stressfrei, denn du hast keinen Boß und Ärger mit dem Finanzamt gibt es auch nicht, denn die meisten Opalgeschäfte laufen auf Cash only Basis ab. D.h. der Miner handelt mit dem Opel Dealer einen Preis aus und dieser wird nur in bar bezahlt – steuerfrei, denn das nächste Finanzamt ist 800 km weit enfernt und hat keine Niederlassung in Coober Pedy.

Mehr als 1,5 Millionen Löcher wurden in die verschieden großén Mining Fields gebohrt. Überall stehen Warnschilder, die davor warnen die zum Teil verlassenen Mining Fields nicht zu betreten, da man ansonsten schnell in einen dieser Schächte auf Nimmerwiedersehen verschwindet. Mensch und Natur haben eine einzigartige, mondähnliche Landschaft hinterlassen, bzw. im Laufe von Jahrmillionen geschaffen.

Eine der faszinierendsten Landschaftsformationen sind die sogenannten Breakaways, die ca. 35 km von der Ortschaft Coober Pedy entfernt liegen. In der auf- und untergehenden Sonne bietet sich dem Besucher ein unglaubliches vielfältiges Farbenspiel.
In und um Copber Pedy wurden zahlreiche Filme gedreht. Der bekannteste ist Mad Max 3 mit Mel Gibson in der Hauptrolle. Auch für Pryszilla – die Königin der Wüste wurden hier Außenaufnahmen vrgenommen. Im ganzen Ort verteilt finden Sie noch „interesssante „ Hinterlassenschaften dieser Filmproduktionen.

Ganz in der Nähe der Breakaways verläuft der längste Zaun der Welt. Der sogenannte Dog Fence ( Hundezaun ) ist mehr als 5000km lang und schützt die Weidegründe in Südaustralien vor den wilden Hunden Australiens, den Dingos.

Ach ja, Opale können Sie natürlich auch in Coober Pedy kaufen, denn immer noch werden mehr als 90 Prozent aller Opale weltweit in Coober Pedy gefördert. Angeblich sind sie hier 30 – 40 Prozent kostengünstiger als in den großen Städten Sydney oder Melbourne. Manche Miner verkaufen auch direkt an den Kunden. Wer sein Glück versuchen will, der ist hier richtig, sollte sich allerdings vorher auch nach dem Preisniveau an anderen Orten erkundigen

Worin liegt das Geheimnis gerade an der richtigen Stelle anfangen zu graben – ganz einfach, du stehst morgens auf, wirfst deinen Hut in die Luft und wo er auf den Boden fällst, dort fängst du an. Mit anderen Worten, es hat viel mit Glück und Pech zu tun. Das jedenfalls hat sich in den letzten 100 Jahen nicht geändert.

Wie kommen Sie nach Coober Pedy?
Coober Pedy liegt ca. auf halbem Wege zwischen Alice Springs und Adelaide, d.h. ca. 750 km jeweils von einer dieser beiden Orte entfernt. Die Fahrt auf auf legendären Stuart Highway bietet außer dem Stop an einem der Roadhäuser keine weiteren Abwechslungen, geschweige denn Sehenswürdigkeiten. Hier ist im der Weg das Ziel und die unendlichen, trockenen Weiten im wahrten Sinne des Wartes zu erfahren kann auch eine einmalige Erfahrung sein. In den sehr heißen Sommermonaten von Dezember bis Februar ist das allerdings ein anstrengender „Höllenritt“, da hilft selbst die beste Klimanlage meistens nicht viel – d.h. es ist gnadenlos heiß. Es hilft nur eines, immer wieder Pausen einlegen und sehr, sehr viel trinken und die brütend heißen Mittagsstunden meiden, sondern zur Siesta nutzen. Am erträglichsten sind die Monate Sept. bis November und der Herbst von März bis Mai. Im Winter von Juni bis August herrschen sehr angenehme Tagestemperaturen. Nachts kann es allerdings empfindlich kalt werden und das Thermometer fällt bis auf Null Grad. Von Adelaide oder Alice Springs sind sie den ganzen Tag unterwegs. Nach dieser anstrengenden Tagesetappe empfehlen wir ihnen zwei Tage in Coober Pedy zu verbringen.

Für Camper gibt es ein zwei ordentliche Campingplätze und Mietwagenreisende finden im Desert Cave Hotel eine sehr vernünftige Unterkunft. Das Desert Cave Hotel organisiert auch Halb- und Ganztagestouren. Einen guten Überblick erhalten sie bei einem ca. 20 minütigen Rundflug.

Von Coober Pedy startet mehrmals wöchentlich der legendäre Outback Mailrun. D.h. der Postbote bringt auf dem Landwege die Post zu den abgelegenen Rinderfarmen.

Wem der Landweg zu weit und zu mühsam ist, der kann täglich mit Rex Regional Airlines von Adelaide nach Coober Pedy und zurück fliegen.

Fazit:
Coober Pedy ist ein verrücktest Fleckchen Erde, einmalig auf der ganzen Welt. Sicherlich nicht jedermanns Geschmack. Wer den weiten Weg nicht scheut sammelt Eindrücke und Erfahrungen, die er lange in Erinnerung behalten wird.

Ein Grab auf dem Friedhof ist z.B. statt eines Kreuzes mit einem leeren Bierfaß geschmückt. Die letzte Botschaft des trinkfreudigen Miners an seine Nachwelt ist auf dem Bierfaß´verewigt – don`t think twice and have a drink an me.

Gerne organisieren wir Ihren Aufenthalt in Coober Pedy – der Name stammt aus der Sprache der einheimischen Aborigines und bedeutet bezeichnenderweise so viel wie – „Menschen, die Löcher graben.

Letzter Besuch: Juni 2006



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