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Reisetips für den Wiederholungsreisenden

Sie haben Ihre erste "Australienrallye" bereits hinter sich? Sydney Opera House, Melbourne, Adelaide, Ayer Rock, Darwin - Kakadu NP und Cairns - Great Barrier Reef alles schon gesehen? Schön war`s, ein wenig Zeit überall, aber trotzdem toll. Sie sind infiziert, vom Australienvirus befallen und suchen neue Gründe und "Entschuldigungen" um dieses unsinnige Vorhaben in die Tat umzusetzen, um die halbe Welt zu fliegen und 20 Stunden und mehr in einem engen Flugzeug zu verbringen.






Ja, aber was wissen die Daheimgebliebenen schon von der Magie Australiens, vom "different light", von der heimlichen Freude nach 400km Fahrtstrecke mal wieder einem Auto zu begegnen und ein menschliches Wesen zu treffen. Diesen tausend unterschiedlichen Gesichtern aus aller Herren Länder in die Augen zu blicken, Lebesgeschichten zu hören, die in weit entlegeneren Winkeln der Welt begonnen haben und sich in den Weiten Australiens fortsetzen.

Der Erstreisende vertraut dem Bekannten, den Regionen denen es gelungen ist die meisten Bilder in unseren Vorstellungen zu plazieren. Er wendet seinen Blick an die Ostküste, verbringt viel Zeit auf der Straße und freut sich am Ende von 4 - 5 Wochen Australien 6, 7 oder noch mehrere tausend Kilometer zurückgelegt zu haben. Danach kehrt er völlig zufrieden nach Hause zurück - ein wenig erschöpft vom vielen Fahren und vom Verarbeiten der vielen neuen Eindrücke, und wo waren wir in der ersten Woche ? Kein Problem, alles mit der Digitalkamera festgehalten und schon fein säuberlich sortiert auf dem Laptop abgespeichert. Da kann nichts verlorengehen - auf zu neuen Ufern. So manchen beschleicht allerdings auch das Gefühl, das man zum Abbild eines typischen amerikanischen Touristen mutiert ist - Europa in 7 Tagen - London, Paris, Rom, Berlin and back. Viel belächelt, aber wollten wir nicht auch Australien beim ersten Besuch mit einem Mal "abhacken", trieb uns nicht genau die gleiche Angst um "etwas zu verpassen", diese Sorge um die Kommentare der Daheimgebliebenen - "was du warst in Australien und hast nicht das und das gesehen ? Der klammheimliche, unausgesprochene, mit leichter Schadenfreude versehene Vorwurf - "warum bist du denn dann eigentlich hingefahren, hat sich doch gar nicht gelohnt....."

Jetzt haben Sie Ihre Vorstellung von Australien gesehen und jetzt merken Sie das Australien weit mehr zu bieten hat, als Sie sich haben vorstellen können. Jetzt wollen Sie, wie ich nach 60 Mal Australien, wieder zurück. Nicht sofort im nächsten Jahr, das wäre doch etwas zu viel des Guten. Also wenden Sie sich anderen Reisezielen zu und verwerfen sie innerlich sehr schnell wieder. Der Verstand plant zwar schon in die USA, nach Kanada, oder Chile oder, oder zu reisen, aber das Herz will da oftmals erst einmal nicht hin. Es ist in Australien hängengeblieben. Es hat gemerkt, hier gibt es noch viel "Nahrung" für mich. Es war wie bei einer Weinverkostung, überall ein wenig genippt, aber danach ist es Zeit für ein ganzes genußvolles Glas von einem edlen Tropfen.

Was bietet Terra Australis dem

Der wilde Westen von Perth nach Darwin oder umgekehrt.

Wer seinen Blick zuerst nach Osten gewandt hat, blickt nun möglicherweise unweigerlich nach Westen. Am Anfang ein wenig zögerlich und unsicher, denn bei näherer Beschäftigung mit dem "Wilden Westen" stellt man schnell fest, das dies kein hollywoodhaftes Klischeebild ist, das mit der Wirklichkeit schon längst nicht mehr übereinstimmt - nein, der Westen von Australien ist nachwievor wild. Wilde Landschaften, wilde Entfernungen, wilde Typen, wilde klimatische Bedingungen, alles wild, menschenleer, zeitlos und unwirtlich. Die 5000km Wegstrecke von Perth nach Darwin oder umgekehrt ist Natur pur - kurzum sehr wenige Menschen und unendlich weite Landschaften. Gerade deshalb spricht der Westen Australiens viele Besucher an. Nachdem Sie im Osten etwas Vertrauen gefaßt haben und Erfahrungen mit nur spärlich besiedelten Gebieten sammeln konnten, folgt nun der nächste mutige Schritt. "off the beaten track" von Perth am Indischen Ozean bis hinauf nach Darwin ins tropische Top End. Das Minimum für diese ungewöhnliche Reiseerfahrung sind drei Wochen und das ist eigentlich schon zu kurz, denn es bedeutet, daß Sie fast jeden Tag im Auto sitzen und fahren, denn anders sind diese gottgegebenen Entfernungen nicht zu bewältigen. D.h. jeder Tag mehr, der Ihnen zur Verfügung steht ist hilfreich und um halbwegs in Ruhe diese Strecke zu bewältigen und die Wirkung der Urlandschaften in sich aufnehmen zu können sind 5 Wochen anzuraten. Zu bedenken ist bei dieser Wegwahl auch die Reisezeit. Diese Fahrt ist sinnvollerweise nur von Mitte April bis Anfang November möglich. Von Anfang November bis Ende April regiert im Norden, d.h. vor allem im riesigen Gebiet der Kimberley nur eine Kraft - Mutter Natur. Sie öffnet des Himmels Schleusen und verwandelt während der Regenzeit staubige Pisten in unbefahrbare Schlammwüsten. Schon im "Trockenmonat" Oktober treibt einem die zunehmende Luftfeuchtigkeit die Feuchtigkeit aus allen Poren. Diese entdeckerhafte Erfahrung läßt erahnen, aus welchem Holz die Menschen geschnitzt sind, die jahrein, jahraus in diesen Breitengraden leben. Doch die "Staubfresserei" hält auch eine überraschende "Belohnung" bereit. Man wird sehr viel gelassener, man akzeptiert schnell, hier gelten andere Spielregeln. Wenn man am Straßenrand hält, bleiben andere Fahrzeuge stehen und die Fahrerinnen oder Fahrer erkundigen sich nach dem eigenen Wohlergehen - alles in Ordnung, ein kurzer Plausch und weiter geht`s. "Taking care" - aufeinander schauen, hier ist es noch selbstverständlich. Die vom Menschen noch weitestgehend unbeeindruckte Natur lehrt uns hier ihre mehr oder minder freiwilligen Lektionen. Es gilt Sie zu respektieren. Wenn der Fluß zuviel Wasser führt lieber umkehren, oder 1 - 2 Tage warten bis der Wasserstand wieder sinkt. Man kann nicht einfach so schnell wie man will, die allgegenwärtige Natur zwingt uns ihren eigenen langsamen Rythmus auf. Am Ende einer derartigen Reise ist man fast erschrocken ob der vielen Menschen in Darwin oder Perth, viel zu viele Worte wo uns doch gerade eine Art von wohltuender Sprachlosigkeit befallen hat, deren Verständnis keiner Worte bedarf.

Was wird dem Auge geboten - gleißendes Licht, vor Hitze flirrende Landschaften, schroffe Felsschluchten, die sich zu einem winzigen Spalt verengen, dem Sonnenlicht nur erlauben für einige Minuten am Tag ihren Boden zu berühren, sie öffnen sich urplötzlich zu riesigen Naturkathedralen, flankiert von blankpolierten, steilen Felswänden, an denen der Wind seit Urzeiten sein Lied singt -

Wo: Karinjini Nationalpark.

Im Wasser huscht ein riesiger schwarzer Schatten vorbei, der Schreck fährt einem durch die Glieder, was war das? Noch einmal wagt man den Kopf unter Wasser zu stecken und die Augen versuchen sich unter der Wasseroberfläche zu orientieren. Die Tauchlehrerin schwimmt einige Meter entfernt und hebt den Arm ihres gut sichtbaren gelben Schwimmanzuges, dorthin also und dann taucht der schwarze Schatten unvermittelt im leicht sandgetrübten Wasser wieder vor einem auf. Majestätisch zieht unter uns ein riesiger Mantarochen seine Bahnen. Das Wasser wirkt wie ein Vergrößerungsglas, 3 Meter, 4 Meter Spannbreite... egal, 2 - 3 Minuten folgen wir ihm, der mit ruhigem Flügelschlag unbeeindruckt sein Revier durchschwimmt, dann ist das Schauspiel vorbei, so schnell es gekommen ist, er legt einen Flügelschlag zu und entschwindet unserem Blick in der dunkelblauen Tiefe.-

Wo: Ningaloo Reef Nationalpark, Coral Bay.

Die Cockburn Ranges stehen in Flammen. Wir sitzen im Restaurant beim Abendessen und das Gerücht geht um, daß das ganze Resort evakuiert werden muß. Der Himmel spiegelt alle möglichen Rotfarbtöne wieder. Dunkle Rauchwolken verfinstern das abendliche Wolkenband und dann und wann züngeln auf den Bergrücken Flammen empor und suchen gierig nach neuer Nahrung. Dann, der Wind dreht sich und die Gefahr ist für`s erste gebannt, das Bushfeuer dreht in westlicher Richtung ab. Am nächsten Tag wandern wir zu den warmen Quellen von Zeebeedie Springs - wir liegen im gut temperierten Naturpool und sehen den bunt gefiederten Kakadus bei ihrem Spiel in den hohen Baumkronen zu.

Wo - El Questro Wilderness Park.

Die Rotorblätter des Hubschraubers wirbeln den umliegenden Staub auf und für einige Sekunden können wir die Hand vor Augen nicht sehen. Scheinbar mühelos schraubt sich der kleine, fensterlose Helikopter vom Bellburn Airstrip in die Höhe. Ich hänge wortwörtlich in der Luft, kein Griff zum Festhalten, nur am Sitz festgeschnallt pfeift uns der kühle Morgenwind um die Ohren.In geringer Höhe zieht der Hubschrauberpilot seine Kreise, haarscharf an Felsabbrüchen vorbei, unvermittelt stürzen dem Auge Halt gebende Felsformationen ins Nichs ab und beim Überfliegen der Abbrüche macht sich jedes Mal ein flaues Gefühl in der Magengegend bemerkbar. Das ist die reinste Achterbahnfahrt, nur das diese nach spätestens 2 - 3 Minuten beendet ist und wir sind schon seit 30 Minuten in der Luft. Unser Pilot hat den anspuchsvollen Ehrgeiz uns zum wiederholten Male zu zeigen, warum dieser Platz in der Sprache der einheimischen Aborigenes " Platz der fallenden Felsen " heißt. Wie einem Habicht gleich stößt er mit seinem kleinen "Chopper" immer wieder in die Schluchten hinaub und folgt deren Verlauf ehe er im letzten Augenblick den Hubschrauber wieder in einem kurzen Steilflug der Enge des kleinen Canyons entreißt. Nach weiteren 15 Minuten landen wir wieder sicher und betreten mit leicht wankenden Füßen wieder den festen Erdboden - wir holen kurz Atem, eigentlich könnte man jetzt noch einmal eine Runde fliegen.....

Wo: Purnululu Nationalpark ( Bungle Bungles )

Weitere Anlässe zum Staunen:

Sonnenauf- und Untergänge in den Pinnacles
Wandern im Kalbarri Nationalpark
Tauchen mit den Walhaien im Exmouth
Zwischen zwei Ozeanen - Cape Range Nationalpark
Cable Beach - 10 bis 12 Meter Gezeitenunterschied in Broome
Ying und Yang am Cape Leveque
Rundflug über den Bucaneer Archipelago
Die Schluchten entlang der Gibb River Road
Wanderung zu den Mitchell Falls am Mitchell Plateau
2 - 3 Tage im Mornington Wilderness Camp
Abendliche Cruise auf dem Lake Argyle
Königsblaue Kingfisher auf dem Yellow Water Billabong
Schwimmen unter den Gunlom Falls

noch nicht genug? Sie werden sicherlich für sich selbst noch das ein oder andere kleine Geheimnis entdecken denn auf dieser Reise ist der Weg das Ziel. Das Schönste: Die unverstellten Horizonte, eine Wohltat für die für die Sinne.

The last Frontier von Perth nach Adelaide - eine Reise durch die Ewigkeit.

Dies ist eine Reiseroute für "Geübte" - Eine Reiseroute für alle jene, die die Stille zu schätzen wissen. Eine Reise wie ein Musikstück, mit einem furiosen Auftakt, einem eher ruhigen Mittelteil und einem großen Finale.

Der furiose Auftakt - Perth und der Südwesten



In 16 Stunden Flugzeit sind Sie Perth, der Hauptstadt Westaustraliens - der Perle am Indischen Ozean. Ein wenig überraschend ist die "kurze" Flugzeit schon, zumal die Düsenjets moderner Bauweise auch nach San Francisco oder Los Angeles 12 Stunden in der Luft hängen - kurzum Westaustralien ist näher als man denkt. Perth ist ein idealer Ort um 2 - 3 Tage dort zu Verweilen und sich an die Zeit- und Klimaunterschiede anzupassen. Der Blick vom Kings Park auf den Innenstadtbereich, der malerisch am Swan River River liegt, ist großartig. Auf dem Markt im Vorort Fremantle, kurz "Freo" bei den Einheimischen genannt, geben sich Standbesitzer aus aller Herren Länder ein Stelldichein und Straßenartisten und Musikanten sorgen für das erheiternde kulturelle Rahmenprogramm. Freo boomt vor allem am Wochenende und im Ausspruch "wo go to Freo" schwingt die legere Lebensfreude Westaustraliens mit.

Nach 2 - 3 Tagen sind Sie startklar um den herrlichen Südwesten zu erkunden. Alle Sinne berauschen sich an der Farben- und Formenvielfalt, den dieser kleine Teil Australies seinen Besuchern bietet. Zudem sorgt manchmal das Weinanbaugebiet von Margret River für alternative, den Geist erweiternde rauschhafte Zustände, zumal hier mehr als 25 Prozent der Spitzenweine Australiens gekeltert werden.

Wer mit Delphinen im offenen Meer schwimen will, der sollte einen Stop in kleinen Ort Rockingham, ca.50km südlich von Perth einplanen. Wer das offene Meer scheut, dem nähern sich diese freundliche Meeressäuger in der Bucht von Bunbury bis auf wenige Meter und in Kniehöhe ziehen sie ihre Kreise zwischen den erstaunten Erdbewohnern. In Busselton zieht der längste Landungssteg der südlichen Hemisphäre den Blick wie auf der Leine gezogen zum Horizont. Wandern Sie die 2,5km lange Holzkonstruktion hinaus, nehmen Sie Ihre Taucherbrille und Badekleidung mit und schnorcherln sind entlang der Jetty - die bunte Fischwelt ist betörend und wer das reale Naß fürchtet, der kann am Ende der Jetty einen Blick in das sehenswerte Unterwasserobservatorium werfen. So viel Seeluft regt die Magensäfte an, setzen Sie sich auf der Terrasse eines der zahlreichen guten Restaurants und genießen ein innovatives Mittagessen und herrliche Ausblicke auf den Indischen Ozean.

Entlang der "Cave Road" auf der Yallingup Halbinsel haben die Naturkräfte die Schwäche des Sandsteines ausgenutzt und phantastische Tropfsteinhöhlen hinterlassen. Weiter im Süden in der Gegend um Pemberton und Denmark bedecken riesige Karriwälder die fruchtbare Erde - auf einige dieser Giganten des Waldes können Sie auf abenteuerlichen Eisenleitern hinaufklettern, denn Sie wurden in früheren Zeiten als sogenannte " fire lookout trees" benutzt - die Waldbrandgefahr ist insbesondere in den sehr trockenen Sommermonaten allgegenwärtig. Nahe des Ortes Walpole lädt Sie der leicht schwankende "Treetop Walk " zu einem ungefährlichen Spaziergang durch die gewaltigen Baukronen ein. Atmen Sie die würzigen Waldluft, nähern Sie sich diesen Urwaldriesen, die selbst heftigste Feuer und Blitzeinschläge überstanden haben.

Im William Bay Nationalpark ist das azurblaue Wasser so klar und und auch in den Sommermonaten so kalt, das es einem aus zweierlei Grund den Atem verschlägt. In Albany wird im sehr interessant gestalteten Walmuseum diese schauerliche und vor Blut und Fett triefende Arbeit wieder lebendig - nichts für zart besaitete Gemüter.Die wild zerklüftete Küstenlinie rund um Albany hat sich dem Drängen und Werben der unendlichen Wassermassen des südlichen Ozeans seit Jahrmillionen widersetzt, doch das unerbittliche Meer hat den harten Granitfelsen, tiefe Spalten und Löcher in zähem Kampf abgerungen, durch die das Wasser mit unheimlicher Wucht nach oben drängt. Ein wildes, tosendes Stakkato, das selbst aus sicherer Entfernung einen oftmals einen plötzlichen Schreck in die Glieder jagt - wie verletztlich und klein der Mensch doch ist.

Weiter westwärts in Esperance blendet der Cape Le Grand Nationalpark mit seinen schneeweißen Stränden die Augen. Allein hier, kann man zwei, drei Tage an den unterschiedlichsten Stränden und Buchten spazierengehen, die Seele baumeln lassen, den Abdrücken der Füße im Sand nachgehen - ein Meisterwerk der Natur und Ende des furiosen Auftaktes - ein gewaltiger Tusch zum Ende und Sie fahren nordwärts, denn nach Osten ausgerichtet gibt es entlang der Küste keine Straße mehr, nur noch tausende von Kilometern unberührte Küstenlinie.

Der ruhige Mittelteil

Für 250 bis 300km heißt es also "Go North" bis Sie wieder auf den Highway Nr. 1 treffen, der ganz Australien umrundet. Das Wasser, die jährliche Niederschlagsmenge nehmen immer mehr ab und die vielfältigen Grün und Blautöne verwandeln sich allmählich in domierende erdfarbene Farbschattierungen - Sie sind im australischen Outback angekommen. Die große Freiheit der Straße wartet auf Sie, die Durchquerung der Nullarbor Plain - auf Deutsch übersetzt - kein Baum und kein Strauch - hunderte von Kilometern geradeaus, eine Herausforderung für den Geist, der sich derartig große Räume kaum vorstellen kann. Zwei, drei Tage geradeaus, nur unterbrochen von gelegentlichen Abstechern zu den furchteinflößenden Steilklippen des Great Australien Bight. Im Zeitraum von Mai bis September sorgen hier zusätzlich zu den ungestümen Wellen auch hunderte von Southern Humpback Wales für ein wahrlich "tierisches" Spektakel. Dann steht man stundenlang auf den wie Vogelnestern am Rand der Klippen hängenden Aussichtsplattformen und sieht den Walen beim Spiel in den Wellenbergen zu. Meistens ist man nach zwei Tagen Fahrt schon so fertig vom Nichtssehen, Nichtstun, das man sich nur noch wünscht endlich anzukommen. Dann fährt man achtlos z.B. am Gawler Ranges Nationalpark vorbei - hier könnte man z.B. Mit Geoff Schulz auf Safari gehen und Dinge sehen und erleben, die fast nie ein Besucher zu Gesicht bekommt. Oder Sie biegen nach rechts ab, auf die Eyre Peninsula und tummeln sich in Bairds Bay mit den Seelöwen im Wasser. Diese Erlebnisse in unberührter Natur bleiben Ihnen in Erinnerung, Sie werden ein Teil von Ihnen, etwas ist berührt worden, was sich auf keiner Digitalkamera festhalten läßt.

Trotzdem am Ende des Weges winken wieder die Segnungen der Zivilisation. Adelaide die Hauptstadt Südaustraliens erlöst Sie mit breiten Boulevards und einer kultivierten Kaffeehaus und Restarurantkultur vom Minimalismus des australischen Outbacks - ein wenig Stolz macht sich danach schon breit und eigenartigerweise auch ein wenig Sehnsucht nach dem Nichts. Alles war so einfach, so klar, keine Entscheidungen notwendig, nur eine Straße, eine nächste Tankstelle, eine nächste Übernachtungsmöglichkeit, ein wolkenloser, abends sternenübersähter Himmel, am nächsten Tag nur eine Richtung...

Wenn Sie diesen kleinen "Zivilisationsschock" noch ein wenig hinauszögern wollen, dann biegen Sie "kurz" vor Adelaide nach Norden ab und erkunden die urzeitlichen Landschaften der Flinders Ranges. Wem danach der Sinn auch nur auf einen moderaten Wiedereinstieg in die zivilisatorische Umlaufbahn steht, der umkurvt auf dem Weg nach Süden weitläufig im Osten Adelaide und bahnt sich seinen Weg über die Fleurieu Halbinsel hinunter nach Känguruh Island.

Das große Finale

Hier läßt er seine Durchquerung des Kontinents mit einem großen Tusch der Natur ausklingen. Die besten Strände Australiens, Seelöwen zwischen denen Sie an der Seal Bay spazieren gehen können, unzählige Tiere in freier Wildbahn im Flinders Chase Nationalpark , Mutter Natur der Lehrmeister aller großen Bildhauer stellt an den Remarkable Rocks einige ihrer Meisterwerke aus, bei Übernachtungen im Stranrear Homestead wird die australische Besiedlungsgeschichte wieder lebendig - Sie sitzen auf der schattigen Veranda und großen Eucalyptus Bäumen und lassen die Erlebnisse der letzten 4 - 5 Wochen noch einmal im Inneren vorbeiziehen - ein letzter Spazierfahrt und Spaziergang über das Farmgelände, langsam Abeschied nehmen vom langsamen Reiserthymus, der Sie die letzten Wochen begleitet hat. Mit der Fähre von Penneshaw nach Cape Jervis auf dem "mainland" zurückfahren. Auf der Fleurieu Halbinsel werden die Ortschaften größer und die kulinarischen Verlockungen zahlreicher. Am Ende Adelaide, Spaziergang am Torrence River, buntes Treiben in den Adelaide Markets, Universität und Museum of South Australia am "culture strip" entlang der North Terrace. Mit der Trambahn nach Glenelg ans Meer fahren und Australien auf Wiedersehen sagen.

Beste Jahreszeit:

Diese Strecke können Sie ganzjährig bereisen. Allerdings ist zu bedenken, daß es in den Sommermonaten Dezember bis Februar vor allem in der Nullarbor Plain "gnadenlos heiß" werden kann. Temperaturen von 35 - 40 Grad im Schatten, und den gibt es nicht viel, sind üblich. In den Wintermonaten von Juni bis August kann das Thermometer bis teilweise auf Null Grad fallen und die Nächte sind empfindlich kühl. Aber irgendwie tragen dieses klimatischen Extreme zum Reiz dieser Reise bei, die immer noch nicht ihren leichten Eroberungscharakter verloren hat. Moderatere und gewohntere Temperaturen finden Sie von September bis November und von März bis Mai vor.

Empfohlene Reisedauer:

Minimal drei Wochen.

Auf der Fahrt durch die Nullarbor Plain können Sie in einfachen Roadhäusern übernachten, die wir gerne auch für Sie vorreservieren können.


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