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Reisetips f√ľr den Wiederholungsreisenden

Sie haben Ihre erste "Australienrallye" bereits hinter sich? Sydney Opera House, Melbourne, Adelaide, Ayer Rock, Darwin - Kakadu NP und Cairns - Great Barrier Reef alles schon gesehen? Sch√∂n war`s, ein wenig Zeit √ľberall, aber trotzdem toll. Sie sind infiziert, vom Australienvirus befallen und suchen neue Gr√ľnde und "Entschuldigungen" um dieses unsinnige Vorhaben in die Tat umzusetzen, um die halbe Welt zu fliegen und 20 Stunden und mehr in einem engen Flugzeug zu verbringen.




Ja, aber was wissen die Daheimgebliebenen schon von der Magie Australiens, vom "different light", von der heimlichen Freude nach 400km Fahrtstrecke mal wieder einem Auto zu begegnen und ein menschliches Wesen zu treffen. Diesen tausend unterschiedlichen Gesichtern aus aller Herren Länder in die Augen zu blicken, Lebesgeschichten zu hören, die in weit entlegeneren Winkeln der Welt begonnen haben und sich in den Weiten Australiens fortsetzen.

Der Erstreisende vertraut dem Bekannten, den Regionen denen es gelungen ist die meisten Bilder in unseren Vorstellungen zu plazieren. Er wendet seinen Blick an die Ostk√ľste, verbringt viel Zeit auf der Stra√üe und freut sich am Ende von 4 - 5 Wochen Australien 6, 7 oder noch mehrere tausend Kilometer zur√ľckgelegt zu haben. Danach kehrt er v√∂llig zufrieden nach Hause zur√ľck - ein wenig ersch√∂pft vom vielen Fahren und vom Verarbeiten der vielen neuen Eindr√ľcke, und wo waren wir in der ersten Woche ? Kein Problem, alles mit der Digitalkamera festgehalten und schon fein s√§uberlich sortiert auf dem Laptop abgespeichert. Da kann nichts verlorengehen - auf zu neuen Ufern. So manchen beschleicht allerdings auch das Gef√ľhl, das man zum Abbild eines typischen amerikanischen Touristen mutiert ist - Europa in 7 Tagen - London, Paris, Rom, Berlin and back. Viel bel√§chelt, aber wollten wir nicht auch Australien beim ersten Besuch mit einem Mal "abhacken", trieb uns nicht genau die gleiche Angst um "etwas zu verpassen", diese Sorge um die Kommentare der Daheimgebliebenen - "was du warst in Australien und hast nicht das und das gesehen ? Der klammheimliche, unausgesprochene, mit leichter Schadenfreude versehene Vorwurf - "warum bist du denn dann eigentlich hingefahren, hat sich doch gar nicht gelohnt....."

Jetzt haben Sie Ihre Vorstellung von Australien gesehen und jetzt merken Sie das Australien weit mehr zu bieten hat, als Sie sich haben vorstellen k√∂nnen. Jetzt wollen Sie, wie ich nach 60 Mal Australien, wieder zur√ľck. Nicht sofort im n√§chsten Jahr, das w√§re doch etwas zu viel des Guten. Also wenden Sie sich anderen Reisezielen zu und verwerfen sie innerlich sehr schnell wieder. Der Verstand plant zwar schon in die USA, nach Kanada, oder Chile oder, oder zu reisen, aber das Herz will da oftmals erst einmal nicht hin. Es ist in Australien h√§ngengeblieben. Es hat gemerkt, hier gibt es noch viel "Nahrung" f√ľr mich. Es war wie bei einer Weinverkostung, √ľberall ein wenig genippt, aber danach ist es Zeit f√ľr ein ganzes genu√üvolles Glas von einem edlen Tropfen.

Was bietet Terra Australis dem

Der wilde Westen von Perth nach Darwin oder umgekehrt.

Wer seinen Blick zuerst nach Osten gewandt hat, blickt nun m√∂glicherweise unweigerlich nach Westen. Am Anfang ein wenig z√∂gerlich und unsicher, denn bei n√§herer Besch√§ftigung mit dem "Wilden Westen" stellt man schnell fest, das dies kein hollywoodhaftes Klischeebild ist, das mit der Wirklichkeit schon l√§ngst nicht mehr √ľbereinstimmt - nein, der Westen von Australien ist nachwievor wild. Wilde Landschaften, wilde Entfernungen, wilde Typen, wilde klimatische Bedingungen, alles wild, menschenleer, zeitlos und unwirtlich. Die 5000km Wegstrecke von Perth nach Darwin oder umgekehrt ist Natur pur - kurzum sehr wenige Menschen und unendlich weite Landschaften. Gerade deshalb spricht der Westen Australiens viele Besucher an. Nachdem Sie im Osten etwas Vertrauen gefa√üt haben und Erfahrungen mit nur sp√§rlich besiedelten Gebieten sammeln konnten, folgt nun der n√§chste mutige Schritt. "off the beaten track" von Perth am Indischen Ozean bis hinauf nach Darwin ins tropische Top End. Das Minimum f√ľr diese ungew√∂hnliche Reiseerfahrung sind drei Wochen und das ist eigentlich schon zu kurz, denn es bedeutet, da√ü Sie fast jeden Tag im Auto sitzen und fahren, denn anders sind diese gottgegebenen Entfernungen nicht zu bew√§ltigen. D.h. jeder Tag mehr, der Ihnen zur Verf√ľgung steht ist hilfreich und um halbwegs in Ruhe diese Strecke zu bew√§ltigen und die Wirkung der Urlandschaften in sich aufnehmen zu k√∂nnen sind 5 Wochen anzuraten. Zu bedenken ist bei dieser Wegwahl auch die Reisezeit. Diese Fahrt ist sinnvollerweise nur von Mitte April bis Anfang November m√∂glich. Von Anfang November bis Ende April regiert im Norden, d.h. vor allem im riesigen Gebiet der Kimberley nur eine Kraft - Mutter Natur. Sie √∂ffnet des Himmels Schleusen und verwandelt w√§hrend der Regenzeit staubige Pisten in unbefahrbare Schlammw√ľsten. Schon im "Trockenmonat" Oktober treibt einem die zunehmende Luftfeuchtigkeit die Feuchtigkeit aus allen Poren. Diese entdeckerhafte Erfahrung l√§√üt erahnen, aus welchem Holz die Menschen geschnitzt sind, die jahrein, jahraus in diesen Breitengraden leben. Doch die "Staubfresserei" h√§lt auch eine √ľberraschende "Belohnung" bereit. Man wird sehr viel gelassener, man akzeptiert schnell, hier gelten andere Spielregeln. Wenn man am Stra√üenrand h√§lt, bleiben andere Fahrzeuge stehen und die Fahrerinnen oder Fahrer erkundigen sich nach dem eigenen Wohlergehen - alles in Ordnung, ein kurzer Plausch und weiter geht`s. "Taking care" - aufeinander schauen, hier ist es noch selbstverst√§ndlich. Die vom Menschen noch weitestgehend unbeeindruckte Natur lehrt uns hier ihre mehr oder minder freiwilligen Lektionen. Es gilt Sie zu respektieren. Wenn der Flu√ü zuviel Wasser f√ľhrt lieber umkehren, oder 1 - 2 Tage warten bis der Wasserstand wieder sinkt. Man kann nicht einfach so schnell wie man will, die allgegenw√§rtige Natur zwingt uns ihren eigenen langsamen Rythmus auf. Am Ende einer derartigen Reise ist man fast erschrocken ob der vielen Menschen in Darwin oder Perth, viel zu viele Worte wo uns doch gerade eine Art von wohltuender Sprachlosigkeit befallen hat, deren Verst√§ndnis keiner Worte bedarf.

Was wird dem Auge geboten - glei√üendes Licht, vor Hitze flirrende Landschaften, schroffe Felsschluchten, die sich zu einem winzigen Spalt verengen, dem Sonnenlicht nur erlauben f√ľr einige Minuten am Tag ihren Boden zu ber√ľhren, sie √∂ffnen sich urpl√∂tzlich zu riesigen Naturkathedralen, flankiert von blankpolierten, steilen Felsw√§nden, an denen der Wind seit Urzeiten sein Lied singt -

Wo: Karinjini Nationalpark.

Im Wasser huscht ein riesiger schwarzer Schatten vorbei, der Schreck f√§hrt einem durch die Glieder, was war das? Noch einmal wagt man den Kopf unter Wasser zu stecken und die Augen versuchen sich unter der Wasseroberfl√§che zu orientieren. Die Tauchlehrerin schwimmt einige Meter entfernt und hebt den Arm ihres gut sichtbaren gelben Schwimmanzuges, dorthin also und dann taucht der schwarze Schatten unvermittelt im leicht sandgetr√ľbten Wasser wieder vor einem auf. Majest√§tisch zieht unter uns ein riesiger Mantarochen seine Bahnen. Das Wasser wirkt wie ein Vergr√∂√üerungsglas, 3 Meter, 4 Meter Spannbreite... egal, 2 - 3 Minuten folgen wir ihm, der mit ruhigem Fl√ľgelschlag unbeeindruckt sein Revier durchschwimmt, dann ist das Schauspiel vorbei, so schnell es gekommen ist, er legt einen Fl√ľgelschlag zu und entschwindet unserem Blick in der dunkelblauen Tiefe.-

Wo: Ningaloo Reef Nationalpark, Coral Bay.

Die Cockburn Ranges stehen in Flammen. Wir sitzen im Restaurant beim Abendessen und das Ger√ľcht geht um, da√ü das ganze Resort evakuiert werden mu√ü. Der Himmel spiegelt alle m√∂glichen Rotfarbt√∂ne wieder. Dunkle Rauchwolken verfinstern das abendliche Wolkenband und dann und wann z√ľngeln auf den Bergr√ľcken Flammen empor und suchen gierig nach neuer Nahrung. Dann, der Wind dreht sich und die Gefahr ist f√ľr`s erste gebannt, das Bushfeuer dreht in westlicher Richtung ab. Am n√§chsten Tag wandern wir zu den warmen Quellen von Zeebeedie Springs - wir liegen im gut temperierten Naturpool und sehen den bunt gefiederten Kakadus bei ihrem Spiel in den hohen Baumkronen zu.

Wo - El Questro Wilderness Park.

Die Rotorbl√§tter des Hubschraubers wirbeln den umliegenden Staub auf und f√ľr einige Sekunden k√∂nnen wir die Hand vor Augen nicht sehen. Scheinbar m√ľhelos schraubt sich der kleine, fensterlose Helikopter vom Bellburn Airstrip in die H√∂he. Ich h√§nge wortw√∂rtlich in der Luft, kein Griff zum Festhalten, nur am Sitz festgeschnallt pfeift uns der k√ľhle Morgenwind um die Ohren.In geringer H√∂he zieht der Hubschrauberpilot seine Kreise, haarscharf an Felsabbr√ľchen vorbei, unvermittelt st√ľrzen dem Auge Halt gebende Felsformationen ins Nichs ab und beim Überfliegen der Abbr√ľche macht sich jedes Mal ein flaues Gef√ľhl in der Magengegend bemerkbar. Das ist die reinste Achterbahnfahrt, nur das diese nach sp√§testens 2 - 3 Minuten beendet ist und wir sind schon seit 30 Minuten in der Luft. Unser Pilot hat den anspuchsvollen Ehrgeiz uns zum wiederholten Male zu zeigen, warum dieser Platz in der Sprache der einheimischen Aborigenes " Platz der fallenden Felsen " hei√üt. Wie einem Habicht gleich st√∂√üt er mit seinem kleinen "Chopper" immer wieder in die Schluchten hinaub und folgt deren Verlauf ehe er im letzten Augenblick den Hubschrauber wieder in einem kurzen Steilflug der Enge des kleinen Canyons entrei√üt. Nach weiteren 15 Minuten landen wir wieder sicher und betreten mit leicht wankenden F√ľ√üen wieder den festen Erdboden - wir holen kurz Atem, eigentlich k√∂nnte man jetzt noch einmal eine Runde fliegen.....

Wo: Purnululu Nationalpark ( Bungle Bungles )

Weitere Anlässe zum Staunen:

Sonnenauf- und Untergänge in den Pinnacles
Wandern im Kalbarri Nationalpark
Tauchen mit den Walhaien im Exmouth
Zwischen zwei Ozeanen - Cape Range Nationalpark
Cable Beach - 10 bis 12 Meter Gezeitenunterschied in Broome
Ying und Yang am Cape Leveque
Rundflug √ľber den Bucaneer Archipelago
Die Schluchten entlang der Gibb River Road
Wanderung zu den Mitchell Falls am Mitchell Plateau
2 - 3 Tage im Mornington Wilderness Camp
Abendliche Cruise auf dem Lake Argyle
Königsblaue Kingfisher auf dem Yellow Water Billabong
Schwimmen unter den Gunlom Falls

noch nicht genug? Sie werden sicherlich f√ľr sich selbst noch das ein oder andere kleine Geheimnis entdecken denn auf dieser Reise ist der Weg das Ziel. Das Sch√∂nste: Die unverstellten Horizonte, eine Wohltat f√ľr die f√ľr die Sinne.

The last Frontier von Perth nach Adelaide - eine Reise durch die Ewigkeit.

Dies ist eine Reiseroute f√ľr "Ge√ľbte" - Eine Reiseroute f√ľr alle jene, die die Stille zu sch√§tzen wissen. Eine Reise wie ein Musikst√ľck, mit einem furiosen Auftakt, einem eher ruhigen Mittelteil und einem gro√üen Finale.

Der furiose Auftakt - Perth und der S√ľdwesten



In 16 Stunden Flugzeit sind Sie Perth, der Hauptstadt Westaustraliens - der Perle am Indischen Ozean. Ein wenig √ľberraschend ist die "kurze" Flugzeit schon, zumal die D√ľsenjets moderner Bauweise auch nach San Francisco oder Los Angeles 12 Stunden in der Luft h√§ngen - kurzum Westaustralien ist n√§her als man denkt. Perth ist ein idealer Ort um 2 - 3 Tage dort zu Verweilen und sich an die Zeit- und Klimaunterschiede anzupassen. Der Blick vom Kings Park auf den Innenstadtbereich, der malerisch am Swan River River liegt, ist gro√üartig. Auf dem Markt im Vorort Fremantle, kurz "Freo" bei den Einheimischen genannt, geben sich Standbesitzer aus aller Herren L√§nder ein Stelldichein und Stra√üenartisten und Musikanten sorgen f√ľr das erheiternde kulturelle Rahmenprogramm. Freo boomt vor allem am Wochenende und im Ausspruch "wo go to Freo" schwingt die legere Lebensfreude Westaustraliens mit.

Nach 2 - 3 Tagen sind Sie startklar um den herrlichen S√ľdwesten zu erkunden. Alle Sinne berauschen sich an der Farben- und Formenvielfalt, den dieser kleine Teil Australies seinen Besuchern bietet. Zudem sorgt manchmal das Weinanbaugebiet von Margret River f√ľr alternative, den Geist erweiternde rauschhafte Zust√§nde, zumal hier mehr als 25 Prozent der Spitzenweine Australiens gekeltert werden.

Wer mit Delphinen im offenen Meer schwimen will, der sollte einen Stop in kleinen Ort Rockingham, ca.50km s√ľdlich von Perth einplanen. Wer das offene Meer scheut, dem n√§hern sich diese freundliche Meeress√§uger in der Bucht von Bunbury bis auf wenige Meter und in Knieh√∂he ziehen sie ihre Kreise zwischen den erstaunten Erdbewohnern. In Busselton zieht der l√§ngste Landungssteg der s√ľdlichen Hemisph√§re den Blick wie auf der Leine gezogen zum Horizont. Wandern Sie die 2,5km lange Holzkonstruktion hinaus, nehmen Sie Ihre Taucherbrille und Badekleidung mit und schnorcherln sind entlang der Jetty - die bunte Fischwelt ist bet√∂rend und wer das reale Na√ü f√ľrchtet, der kann am Ende der Jetty einen Blick in das sehenswerte Unterwasserobservatorium werfen. So viel Seeluft regt die Magens√§fte an, setzen Sie sich auf der Terrasse eines der zahlreichen guten Restaurants und genie√üen ein innovatives Mittagessen und herrliche Ausblicke auf den Indischen Ozean.

Entlang der "Cave Road" auf der Yallingup Halbinsel haben die Naturkr√§fte die Schw√§che des Sandsteines ausgenutzt und phantastische Tropfsteinh√∂hlen hinterlassen. Weiter im S√ľden in der Gegend um Pemberton und Denmark bedecken riesige Karriw√§lder die fruchtbare Erde - auf einige dieser Giganten des Waldes k√∂nnen Sie auf abenteuerlichen Eisenleitern hinaufklettern, denn Sie wurden in fr√ľheren Zeiten als sogenannte " fire lookout trees" benutzt - die Waldbrandgefahr ist insbesondere in den sehr trockenen Sommermonaten allgegenw√§rtig. Nahe des Ortes Walpole l√§dt Sie der leicht schwankende "Treetop Walk " zu einem ungef√§hrlichen Spaziergang durch die gewaltigen Baukronen ein. Atmen Sie die w√ľrzigen Waldluft, n√§hern Sie sich diesen Urwaldriesen, die selbst heftigste Feuer und Blitzeinschl√§ge √ľberstanden haben.

Im William Bay Nationalpark ist das azurblaue Wasser so klar und und auch in den Sommermonaten so kalt, das es einem aus zweierlei Grund den Atem verschl√§gt. In Albany wird im sehr interessant gestalteten Walmuseum diese schauerliche und vor Blut und Fett triefende Arbeit wieder lebendig - nichts f√ľr zart besaitete Gem√ľter.Die wild zerkl√ľftete K√ľstenlinie rund um Albany hat sich dem Dr√§ngen und Werben der unendlichen Wassermassen des s√ľdlichen Ozeans seit Jahrmillionen widersetzt, doch das unerbittliche Meer hat den harten Granitfelsen, tiefe Spalten und L√∂cher in z√§hem Kampf abgerungen, durch die das Wasser mit unheimlicher Wucht nach oben dr√§ngt. Ein wildes, tosendes Stakkato, das selbst aus sicherer Entfernung einen oftmals einen pl√∂tzlichen Schreck in die Glieder jagt - wie verletztlich und klein der Mensch doch ist.

Weiter westw√§rts in Esperance blendet der Cape Le Grand Nationalpark mit seinen schneewei√üen Str√§nden die Augen. Allein hier, kann man zwei, drei Tage an den unterschiedlichsten Str√§nden und Buchten spazierengehen, die Seele baumeln lassen, den Abdr√ľcken der F√ľ√üe im Sand nachgehen - ein Meisterwerk der Natur und Ende des furiosen Auftaktes - ein gewaltiger Tusch zum Ende und Sie fahren nordw√§rts, denn nach Osten ausgerichtet gibt es entlang der K√ľste keine Stra√üe mehr, nur noch tausende von Kilometern unber√ľhrte K√ľstenlinie.

Der ruhige Mittelteil

F√ľr 250 bis 300km hei√üt es also "Go North" bis Sie wieder auf den Highway Nr. 1 treffen, der ganz Australien umrundet. Das Wasser, die j√§hrliche Niederschlagsmenge nehmen immer mehr ab und die vielf√§ltigen Gr√ľn und Blaut√∂ne verwandeln sich allm√§hlich in domierende erdfarbene Farbschattierungen - Sie sind im australischen Outback angekommen. Die gro√üe Freiheit der Stra√üe wartet auf Sie, die Durchquerung der Nullarbor Plain - auf Deutsch √ľbersetzt - kein Baum und kein Strauch - hunderte von Kilometern geradeaus, eine Herausforderung f√ľr den Geist, der sich derartig gro√üe R√§ume kaum vorstellen kann. Zwei, drei Tage geradeaus, nur unterbrochen von gelegentlichen Abstechern zu den furchteinfl√∂√üenden Steilklippen des Great Australien Bight. Im Zeitraum von Mai bis September sorgen hier zus√§tzlich zu den ungest√ľmen Wellen auch hunderte von Southern Humpback Wales f√ľr ein wahrlich "tierisches" Spektakel. Dann steht man stundenlang auf den wie Vogelnestern am Rand der Klippen h√§ngenden Aussichtsplattformen und sieht den Walen beim Spiel in den Wellenbergen zu. Meistens ist man nach zwei Tagen Fahrt schon so fertig vom Nichtssehen, Nichtstun, das man sich nur noch w√ľnscht endlich anzukommen. Dann f√§hrt man achtlos z.B. am Gawler Ranges Nationalpark vorbei - hier k√∂nnte man z.B. Mit Geoff Schulz auf Safari gehen und Dinge sehen und erleben, die fast nie ein Besucher zu Gesicht bekommt. Oder Sie biegen nach rechts ab, auf die Eyre Peninsula und tummeln sich in Bairds Bay mit den Seel√∂wen im Wasser. Diese Erlebnisse in unber√ľhrter Natur bleiben Ihnen in Erinnerung, Sie werden ein Teil von Ihnen, etwas ist ber√ľhrt worden, was sich auf keiner Digitalkamera festhalten l√§√üt.

Trotzdem am Ende des Weges winken wieder die Segnungen der Zivilisation. Adelaide die Hauptstadt S√ľdaustraliens erl√∂st Sie mit breiten Boulevards und einer kultivierten Kaffeehaus und Restarurantkultur vom Minimalismus des australischen Outbacks - ein wenig Stolz macht sich danach schon breit und eigenartigerweise auch ein wenig Sehnsucht nach dem Nichts. Alles war so einfach, so klar, keine Entscheidungen notwendig, nur eine Stra√üe, eine n√§chste Tankstelle, eine n√§chste Übernachtungsm√∂glichkeit, ein wolkenloser, abends sternen√ľbers√§hter Himmel, am n√§chsten Tag nur eine Richtung...

Wenn Sie diesen kleinen "Zivilisationsschock" noch ein wenig hinausz√∂gern wollen, dann biegen Sie "kurz" vor Adelaide nach Norden ab und erkunden die urzeitlichen Landschaften der Flinders Ranges. Wem danach der Sinn auch nur auf einen moderaten Wiedereinstieg in die zivilisatorische Umlaufbahn steht, der umkurvt auf dem Weg nach S√ľden weitl√§ufig im Osten Adelaide und bahnt sich seinen Weg √ľber die Fleurieu Halbinsel hinunter nach K√§nguruh Island.

Das große Finale

Hier l√§√üt er seine Durchquerung des Kontinents mit einem gro√üen Tusch der Natur ausklingen. Die besten Str√§nde Australiens, Seel√∂wen zwischen denen Sie an der Seal Bay spazieren gehen k√∂nnen, unz√§hlige Tiere in freier Wildbahn im Flinders Chase Nationalpark , Mutter Natur der Lehrmeister aller gro√üen Bildhauer stellt an den Remarkable Rocks einige ihrer Meisterwerke aus, bei Übernachtungen im Stranrear Homestead wird die australische Besiedlungsgeschichte wieder lebendig - Sie sitzen auf der schattigen Veranda und gro√üen Eucalyptus B√§umen und lassen die Erlebnisse der letzten 4 - 5 Wochen noch einmal im Inneren vorbeiziehen - ein letzter Spazierfahrt und Spaziergang √ľber das Farmgel√§nde, langsam Abeschied nehmen vom langsamen Reiserthymus, der Sie die letzten Wochen begleitet hat. Mit der F√§hre von Penneshaw nach Cape Jervis auf dem "mainland" zur√ľckfahren. Auf der Fleurieu Halbinsel werden die Ortschaften gr√∂√üer und die kulinarischen Verlockungen zahlreicher. Am Ende Adelaide, Spaziergang am Torrence River, buntes Treiben in den Adelaide Markets, Universit√§t und Museum of South Australia am "culture strip" entlang der North Terrace. Mit der Trambahn nach Glenelg ans Meer fahren und Australien auf Wiedersehen sagen.

Beste Jahreszeit:

Diese Strecke k√∂nnen Sie ganzj√§hrig bereisen. Allerdings ist zu bedenken, da√ü es in den Sommermonaten Dezember bis Februar vor allem in der Nullarbor Plain "gnadenlos hei√ü" werden kann. Temperaturen von 35 - 40 Grad im Schatten, und den gibt es nicht viel, sind √ľblich. In den Wintermonaten von Juni bis August kann das Thermometer bis teilweise auf Null Grad fallen und die N√§chte sind empfindlich k√ľhl. Aber irgendwie tragen dieses klimatischen Extreme zum Reiz dieser Reise bei, die immer noch nicht ihren leichten Eroberungscharakter verloren hat. Moderatere und gewohntere Temperaturen finden Sie von September bis November und von M√§rz bis Mai vor.

Empfohlene Reisedauer:

Minimal drei Wochen.

Auf der Fahrt durch die Nullarbor Plain k√∂nnen Sie in einfachen Roadh√§usern √ľbernachten, die wir gerne auch f√ľr Sie vorreservieren k√∂nnen.


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